Bericht JGR Sitzung 08.05.2026

Zur Sitzung des Gerlinger Jugendgemeinderates konnte Bürgermeister Dirk Oestringer neben dem Gremium auch zahlreiche Mitglieder des Gemeinderates begrüßen. Nachdem es unter dem Punkt „Fragen und Anregungen des Jugendgemeinderates“ keine Wortmeldungen gegeben hatte, erteilte Bürgermeister Oestringer Dr. Angela Neuburger-Schäfer das Wort. Sie hielt fest, dass das „Nachtschwärmen“ eine gelungene Veranstaltung gewesen sei, die bei den Bürgern gut ankam. Aufgefallen sei ihr dabei, dass es Angebote für Kinder und Erwachsene gegeben habe, für die Generation dazwischen aber nicht. Der leere Rathausplatz hätte sich ihrer Meinung nach angeboten, etwas entsprechendes anzubieten. „Ich wollte fragen, ob der Jugendgemeinderat sich vorstellen könne, im nächsten Jahr etwas für das Mittelalter anzubieten“, so Neuburger-Schäfer. Man nehme den Vorschlag mit und werde ihn auf die Tagesordnung setzen, dankte das Stadtoberhaupt für den Vorschlag.

Sporstättenkonzeption

Nächster Punkt auf der Tagesordnung war das Sportstättenkonzeption der Stadt Gerlingen. Man sei seit rund einem Jahr dabei, ein Sportstättenkonzept für Gerlingen zu erarbeiten, hielt Bürgermeister Oestringer dazu eingangs fest. Dabei gehe es letztlich darum, Bedarfe sowohl beim organisierten als auch beim informellen Sport zu erfassen und zu schauen, was benötigt wird, um die Bedarfe zu decken, und wo der dafür nötige Platz vorhanden ist. Aktuell habe man zwei Sportbereiche. Zum einen die Breitwiesen und zum zweiten den Platz auf der Höhe beim Vereinszentrum der KSG. „Wir müssen schauen, ob wir zukünftig beide Standorte nutzen oder die Angebote bündeln wollen“, so Oestringer. Letzteres dann natürlich unten im Bereich der Breitwiesen. Erarbeitet werde das Sportstättenkonzept unter Beteiligung der Vereine und auch der Vertreter der Jugend, insbesondere bei der Frage, ob Bolzplätze, ein Beachvolleyballfeld oder eine Boulebahn, etc. benötigt wird. Dazu habe es bereits Workshops gegeben, an denen auch der Jugendgemeinderat beteiligt war.
Da ein Großteil des aktuellen Jugendgemeinderates erst seit der Wahl Ende vergangenen Jahres dabei ist, hat Andreas Lux vom Amt für Jugend, Familie und Senioren die bisherigen Ergebnisse der Sportstättenkonzeption kurz vorgestellt. Gleich zu Beginn hielt Lux fest, dass es dringend benötigte Bedarfe gebe, die etwa auch für den Schulsport von Belang sind und solche, die als „nice to have“ einzustufen sind. Betrachtet worden sind dabei neben den Bedarfen auf des Sportstätten im Freien auch die Bedarfe bei der Hallennutzung. Für die Außenflächen gebe es verschiedene Varianten. Eine Variante beinhaltet unter anderem den Bau eines neuen Kunstrasenfeldes jenseits der Feuerbacher Straße. Auch der Bau von Kleinspielfeldern, von denen eines mit einer Überdachung versehen werden könnte, sind im Gespräch. Diese Flächen könnten dann auch für den informellen Sport genutzt werden. In einer anderen Variante ist angedacht, die Sportflächen in den Breitwiesen und auf der Schillerhöhe weiter zu nutzen. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Bei einer Zentralisierung in den Breitwiesen würde sich beispielsweise die Anbindung an den ÖPNV deutlich verbessern und durch die Bündelung würden sich Perspektiven für die Entwicklungsfähigkeit ergeben. Bei dieser Lösung müsste aber auch Fläche für den neuen Kunstrasen erworben werden. Bei der anderen Lösung käme man ohne Grunderwerb aus,
Im Rahmen der Sitzung wurden verschiedene Varianten für die Umsetzung des Sportstättenkonzepts vorgestellt.die Anbindung an den ÖPNV wäre aber nicht so gut. In beiden Fällen wäre die Frage der Parkplatzsituation zu klären.
In den Workshops sei auch die Frage diskutiert worden, wie die Situation für den informellen Sport verbessert werden kann, hielt Oestringer an der Stelle fest. Teilweise gebe es da durchaus Schnittmengen. Ideen für den informellen Sport sind, wie Lux anschließend ausführte, der Bau eines Fußballkäfigs vor der Realschule, der Bau eines Kleinspielfeldes mit Überdachung, die Einrichtung einer Außenkraftsportanlage oder der Bau eines Beachvolleyballfeldes. Der Jugendgemeinderat sprach sich in der Sitzung mit elf Stimmen für eine Beachvolleyballanlage aus. Fünf Stimmen gab es für die Außenkraft sportanlage. Der Fußballkäfig und das überdachte Kleinspielfeld bekamen keine Stimmen.
Zur Sportstättenkonzeption werde der Gemeinderat noch vor den Sommerferien einen Beschluss fassen, hielt das Stadtoberhaupt ab schließend fest.

Anrufsammeltaxi

Nächster Punkt war ein Sachstandsbericht zum Anrufsammeltaxi, den Mobilitätsmanager Michael Brunsch vorstellte. Das Anruftaxi, das auf eine Initiative des Jugendgemeinderates zurückgeht, ist seit 1998 in Gerlingen unterwegs. Im vergangenen Jahr habe man das Anrufsammeltaxi auf Instagram beworben und darauf die Rückmeldung erhalten, dass dies eine tolle Sache sei, verbunden mit der Frage, ob das Angebot neu ist. Das habe deutlich gemacht, dass das Anrufsammeltaxi eigentlich kaum bekannt ist, so Brunsch. Eine kleine Umfrage in der Sitzung hat dies bestätigt. Brunsch berichtete weiter, dass es bei den Fahrgastzahlen in der Corona-Zeit einen großen Einbruch gegeben hat, der seither nicht wieder aufgeholt werden konnte. Aktuell sei es so, dass es teilweise drei Wochen lang gar keine Nutzer gebe. Die meis ten Fahrten würden vom Personal der Schmieder Klinik bestellt, um von der Höhe zur Endhaltestelle zu kommen. Angefordert werden kann das Anrufsammeltaxi Freitag und Samstag von 21 bis 2 Uhr und Sonntag von 18 bis 23 Uhr. Freitag und Samstag sei eine Nachfrage da, am Sonntag werde es schlecht oder gar nicht genutzt. Die Haltestellen seien entsprechend der Nutzung in den ersten Jahren angepasst worden. Die Fahrt zu einer Wunschadresse in Gerlingen kostet 1,50 Euro pro Person und mit gültiger VVS-Karte 1,30 Euro. Den Differenzbetrag zu den entsprechenden Taxikosten übernehme die Stadt, erläuterte Brunsch. Über das Anrufsammeltaxi gebe es keine Beschwerden, hielt der Verkehrsmanager weiter fest. Partner sei von Beginn an das Taxiunternehmen Luik. Mit diesem On-Demand-Angebot wolle man die Zeiten abdecken, in denen kein ÖPNV da ist, so Brunsch weiter. Das Taxi müsse telefonisch 15 Minuten vor der Fahrt bestellt werden. Wie Brunsch weiter ausführte, wäre es momentan besonders wichtig, die Bekanntheit des Angebots zu erhöhen. Werbung gebe es regelmäßig im Gerlinger Anzeiger und bisher einmal auf Instagram.
Magdalena Schwarz meinte, das Angebot sei sehr gut, vor allem um zu den Wohngebieten auf der Höhe zu kommen. Und das Angebot sei auch sehr günstig.
Julian Fischer meinte, es sei ein Problem, dass die Haltestellen nicht elektronisch angezeigt würden. Zu letzterem erklärte Brunsch, dass man die Haltestellenschilder aktualisieren und dabei auch einen Hinweis anbringen müsse, wie das Anrufsammeltaxi zu erreichen ist.
Seitens der Jugendgemeinderäte wurde weiter angeregt zu prüfen, ob die Taktzeiten der Fahrten verkürzt werden können. Bisher fährt das Taxi On-Demand immer nur zur vollen Stunde. Ein weiterer Vorschlag war, eine zusätzliche Haltestelle bei Schloss Solitude einzurichten. Und zum Thema Werbung kam der Vorschlag, deutlich zu machen, dass die Fahrt nur 1,50 Euro kostet, neben In stagram auch Facebook als Werbeplattform zu nutzen, weil dort auch viele Eltern unterwegs sind und auch direkt in den Schulen mit Flyern zu werben.
Bürgermeister Oestringer dankte den Jugendlichen abschließend für die Anregungen und den guten Austausch.

Ausbildungs- und Studienbörse

Nächster Punkt war ein Austausch über die Ausbildungs- und Studienbörse – die letzte war im Februar diesen Jahres – zu dem Bürgermeister Oestringer auch die Vorsitzende des Stadtmarketingvereins Heike Bischoff begrüßen konnte. Bürgermeis ter Oestringer und die Vorsitzende des Stadtmarketingvereins baten die Jugendgemeinderäte um ein Feed back, wie sie die Messe gefunden haben.
Elif Gencbay berichtete, dass die Schüler im Klassenverband zur Messe gegangen seien. Die Teilnahme sei eher erzwungen gewesen. Hinzu komme, dass ihre Klassenstufe schon im Jahr davor bei der Messe gewesen sei. Und sie bemängelte auch, dass nur wenig interessante Stände für Gymnasiasten vor Ort gewesen seien. Für Realschüler sei die Messe aber interessant gewesen und auf die sollte man ihrer Meinung nach auch stärker den Fokus legen.
Magdalena Schwarz, die am Stand des Jugendgemeinderates aktiv war, hielt fest, dass sich die Halle schnell geleert habe, nachdem die Schulen mit ihrem Rundgang fertig waren. Sie meinte, es wäre wohl besser, die Veranstaltung auf den Vormittag zu legen und eventuell sogar direkt in der Schule durchzuführen.
Lizzy Herrmann stellte fest, dass die Vorträge, die von Firmenvertretern angeboten wurden, schlecht besucht waren. Sie meinte, es würde Sinn machen, dieses Angebot mehr zu bewerben.
Bürgermeister Oestringer erklärte, dass man die Einschätzung teile, dass die Ausstellung nur während der schulpflichtigen Zeit voll gewesen ist und die Vorträge schlecht besucht waren. Man sehe die Börse aber weiterhin als wichtiges Angebot an und suche einen Modus, der dem Aufwand, der dahinter steht, gerecht wird.
Heike Bischoff erinnerte daran, dass die Börse auch schon vormittags gewesen sei. Man habe sie in Absprache mit den Schulen auf den Nachmittag verlegt. Nun habe man feststellen müssen, dass der Nachmittag bei den Schülern nicht so gut ankommt. Für das kommende Jahr überlege man, die Messe auf den Herbst zu verlegen, ergänzte das Stadtoberhaupt. Möglicherweise könne man auch am Konzept noch etwas verändern und Formate anbieten, die die Schüler interessieren. Beispielsweise könne ein Arzt über sein Studium und den Berufsalltag berichten und anschließend Fragen beantworten. Dasselbe könne man auch mit Handwerksberufen machen.
Elif Gencbay fand die Idee gut. Viele könnten sich unter manchen Berufen gar nichts vorstellen. Sie schlug vor, die Schüler doch vorher zu fragen, welche Berufe sie interessieren würden.
Jannik Munz meinte, dass die Stände, an denen man etwas Praktisches
machen konnte, gut angekommen seien. Das könne man auch ausbauen.
Bischoff hielt fest, dass man die Börse ins Leben gerufen habe, dass sich Gerlinger Firmen vorstellen können. Allerdings sei es immer schwierig, Aussteller zu finden. Tatsächlich hätten eher größere Firmen die Kapazität, Leute für so eine Veranstaltung abzustellen. Sie lud den Jugendgemeinderat ein, bei einem nächsten Treffen des Stadtmarketingvereins zur Ausbildungs- und Studienbörse dabei zu sein.

Jugendkonferenz am RBG

Nächster Punkt war die Jugendkonferenz am Robert-Bosch-Gymnasium (RBG). Jannik Munz berichtete, dass die Veranstaltung, bei der es auch um große gesellschaftspolitische Themen wie KI oder Sicherheit und Frieden ging, sehr gut angekommen sei. Eine Idee der Jugendkonferenz sei gewesen, die Politik näher an die Jugend heranzubringen. Tatsächlich seien solche Veranstaltungen, bei denen Jugendliche auch gehört werden, sehr wichtig.

Mitternachtsfußballturnier

Luca Scherbaum berichtete schließlich noch kurz über das Mitternachtsfußballturnier, an dem auch ein Team aus Mitgliedern der Stadtverwaltung und des Gemeinderates teilgenommen hat. Organisiert worden ist das Turnier von EFEK – dem Zusammenschluss aus Café Konfus, Stadtju gend ring, Katholischer Jugend Gerlingen, Jugendgemeinderat und Jugendhaus B15. Insgesamt zwölf Teams waren dabei. Sieger wurde Joga Vai vor dem Team „Die Lohmänner“ und dem JFC Gerlingen 06. Die Stimmung in der Halle sei die ganze Zeit gut gewesen, so Scherbaum. 2027 werde es wieder ein Mitternachtsfußballturnier geben.

Verschiedenes

Unter dem Punkt „Verschiedenes“ fragte Bürgermeister Oestringer, ob man bei den Hygieneartikelspendern noch nachjustieren müsse.
Elif Gencbay meine, dass das Angebot gut angenommen werde. Ihr sei aufgefallen, dass die Spender ständig leer seien und habe den Hausmeister darauf aufmerksam gemacht. Dem Hausmeister sei nicht bewusst gewesen, dass er sie auffüllen muss. Inzwischen klappe das aber. „Ich denke es läuft aktuell gut.“
Lizzy Herrmann fragte nach warum es in den Toiletten im Robert-Bosch-Gymnasium keine Papierhandtücher mehr gebe. Die Handtrockner seien unangenehm. „Wir hätten gerne wieder Papierhand tücher.“


Text: Tommasi

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