Bericht JGR Sitzung 08.07.2026

Zur Sitzung des Gerlinger Jugendgemeinderates konte der Erste Beigeordnete Stefan Altenberger neben dem Gremium auch zahlreiche Mitglieder des Gemeinderates begrüßen. Unter dem Punkt „Bekanntgaben” wies Altenberger die Jugendgemeinderäte zunächst darauf hin, dass das „Stadtradeln“ noch bis 21. Juli stattfindet. Alle seien herzlich eingeladen, mit zu radeln. Außerdem gab er bekannt, dass der Gerlinger Musiksommer am 23. Juli startet.
Ferner teilte der Erste Beigeordnete mit, dass die Rote Telefonzelle auf dem Europaplatz wieder aufgestellt wurde. Die Versicherung habe die Kos ten für den Schaden übernommen. An der Renovierung der Telefonzelle seien viele beteiligt gewesen. „Wir hoffen, dass sie jetzt viele Jahre hält und nicht mehr abgefackelt wird.“
Zur vergangenen Hitzewelle stellte Altenberger fest, dass man froh sei, dass die Hitzeschutzmaßnahmen schon vorher auf den Prüfstand gestellt wurden. Ein sichtbares Zeichen für die Überprüfung seien die Trinkbrunnen, die in der Stadt aufgestellt wurden. Für den Hitzeschutz müsse man auch in die städtischen Gebäude investieren. Natürlich könne da nicht alles auf einmal gemacht werden. Eine Sanierungsstrategie für die Gebäude sei erarbeitet worden, die noch dieses Jahr beschlossen werden soll.

Zum Hitzeschutz stellte Elif Gençbay direkt im Anschluss fest, dass die Oberstufe im Robert-Bosch-Gymnasium (RBG) von der Hitzewelle schwer getroffen worden sei. Für die Oberstufe gege es kein hitzefrei, deshalb habe man bis zum offiziellen Unterrichtsende da bleiben müssen. Man habe aber keinen Unterricht machen können. Im RBG gebe es vier klimatisierte Räume. „Da passt nicht die ganze Oberstufe rein.“ Dass Umbaumaßnahmen nicht so schnell gemacht werden können, sei klar. „Es sollten für die Zukunft aber mindes tens Ventilatoren bereitgestellt werden“, so Gençbay. Altenberger erwiderte, dass man die Hausmeister angewiesen habe, die Fenster zukünftig schon früh morgens zu öffnen, um kühlere Luft ins Gebäude zu lassen. Gut sei, dass es zumindest einige Räume gibt, in denen man sich abkühlen kann. „Wir haben das im Blick“, so Altenberger. Wenn eine Hitzewelle zwei bis drei Tage daure, müsse das machbar sein. Wenn sie länger daure, müsse man schauen, was sonst noch geht.
Magdalena Schwarz wies darauf hin, dass es inzwischen viele Städte und Gemeinden gebe, die eine „Rote Bank” als sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen aufgestellt haben. Sie regte an, auch in Gerlingen eine Rote Bank aufzustellen. Der Erste Beigeordnete erklärte, das Landrats amt Ludwigsburg habe auf die Aktion aufmerksam gemacht. Die Roten Bänke würden demnach dort aufgestellt, wo es Gewalt gegen Frauen gegeben hat. In Gerlingen sei aktuell kein solcher Fall bekannt.
Die Leiterin des Amtes für Jugend, Familie und Senioren, Michaela Höhn-Bea erklärte, dass es auch schon einige Städte gebe, die eine Rote Bank aufgestellt haben, wenn es keine Gewalt gegeben hat, um auf das Thema aufmerksam zu machen. In Reutlingen, wo sie zuletzt gearbeitet hatte, sei von jeder Jugendeinrichtung eine Bank gestaltet und dann am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen aufgestellt worden. Altenberger meinte daraufhin, er könne sich in Gerlingen so eine Aktion auch mit dem Jugendgemeinderat vorstellen.

Beschlüsse aus dem Gemeinderat

Unter dem nächsten Tagesordnungspunkt berichtete Altenberger über aktuelle Beschlüsse des Gemeinderates – zunächst über das Stadtentwicklungskonzept Gerlingen 2030. Aus dem Konzept seien rund 60 Prozent der Ideen bereits umgesetzt worden und 20 weitere Prozent seien in der Umsetzung. Der Jugendgemeinderat habe auch viele gute Anregungen eingebracht wie die Stadtputzete oder die Zertifizierung zur Fair Trade Town, die immer wieder erfolge. „Wir planen das Stadtentwicklungskonzept 2028 fortzuschreiben“, so Altenberger. Der Jugendgemeinderat sei eingeladen, dann auch wieder dabei zu sein und Anregungen einzubringen.
Zum Feuerwehrgerätehaus berichtete der Erste Beigeordnete, dass das in die Jahre gekommen und auch zu klein geworden sei. Man habe geprüft ob eine Sanierung und Erweiterung oder ein Neubau die bessere Lösung für die Zukunft wäre. Bei der Prüfung sei festgestellt worden, dass eine Sanierung nicht wirtschaftlich ist. Der Gemeinderat habe daraufhin einen Grundsatzbeschluss gefasst, dass das Feuerwehrhaus an einem neuen Standort gebaut werden soll. Der Standort werde noch gesucht.
Zur Fortschreibung es Lärmaktionsplanes erklärte Altenberger den Jugendräten, dass es in Gerlingen zukünftig ruhiger werde, weil es Geschwindigkeitsreduzierungen auf Tempo 40 unter anderem in der Leonberger Straße und auf Tempo 30 zum Beispiel in der Weilimdorfer Straße geben werde. Wenn bestimmte Straßen saniert werden, werde auch ein lärmmindernder Straßenbelag aufgebracht.
Schließlich berichtete Altenberger auch noch kurz über die Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik. Die habe ergeben, dass in Gerlingen die Welt noch in Ordnung ist. In vielen Deliktbereichen sei die Zahl der Straftaten zurückgegangen. Bei Vermögens- und Fälschungsdelikten – auch im Internet – sowie bei den Sachbeschädigungen habe es Zunahmen gegeben. Insbesondere bei den Sachbeschädigungen müsse man aufpassen.

Jubiläum von SJR und Café Konfus

Über das 50-jährige Jubiläum des Stadtjugendrings (SJR) und das 30-jährige Jubiläum des Café Konfus berichtete Lilli Klein. Motto für die Feier sei „80 Jahre Ehrenamt“ gewesen, so Klein. Über 200 Jugendliche hätten bei der dreitägigen Feier geholfen. Los gingen die Feierlichkeiten donnerstags mit einem Abend für ehemalige Vorstandsmitglieder sowie weitere ehemalige Aktive des Café Konfus und des SJR. Freitags gab es eine Afterworkparty mit Live-Musik. „Das war ein schöner Abend“, so Klein. Sonntags fand dann die große Jubiläumsfeier statt, die mit einem Weißwurstfrühstück und einem anschließenden Sektempfang begann. Anschließend habe es Festreden von Bürgermeister Dirk Oestringer und Vertretern des SJR sowie des Café Konfus gegeben. Der Leiter des Stadtarchivs, Klaus Herrmann habe über die Anfänge des SJR berichtet, Nino Niechziol über die 2000 Jahre und David Rometsch über die ak tuelle Zeit und die Zukunft. SJR und Café Konfus seien für die Jubiläen dann auch Geburtstags-Schecks übergeben worden. Zum krönenden Abschluss des Feste habe man schließlich noch gemeinsam das Spiel der Deutschen Fußballnationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste angeschaut.
„Wir können stolz sein, wie gut die Feier organisiert war“, so Altenberger. Stolz könne man auch darauf sein, dass es in Gerlingen schon seit 50 Jahren einen SJR und seit 30 Jahren das Café Konfus gibt. Das hat nicht jede Stadt. „Ich finde den ehrenamtlichen Einsatz der Jugendlichen toll.“

Nachtschwärmen – Angebote für Jugendliche

Unter dem nächsten Tagesordnungspunkt wurde der Vorschlag von Dr. Angela Neuburger-Schäfer (Bündnis 90/Die Grünen) aufgegriffen, ob es nicht möglich sei, bei Veranstaltungen wie dem Nachtschwärmen auch spezielle Angebote für Jugendliche zu machen.
Heike Bischoff vom Stadtmarketingverein „Mein Gerlingen“, der verschiedene Veranstaltungen in Gerlingen organisiert, meinte, dass Nachtschwärmen im Grunde immer den selben Grundcharakter habe. Die Läden seien geöffnet, die Gastronomie sei beteiligt und es würden Bands spielen. Der Verein sei für alle Anregungen offen, natürlich auch für Anregungen des Jugendgemeinderates. Das treffe auf alle Veranstaltungen zu, die der Stadtmarketingverein organisiert. Man könne beispielsweise auch bei der Musik überlegen, was man da macht.
Luca Scherbaum hielt fest, dass der Stadtmarketingverein, doch auch beim Gerlinger Musiksommer beteiligt sei. Er meinte, da könne man doch etwas zum Thema „Gewalt gegen Frauen” machen. Zum Beispiel mit einem Infostand und wenn es so schnell möglich sei, auch schon eine Rote Bank aufzustellen.
Amtsleiterin Michaela Höhn-Bea meinte, sie finde eine solche Aktion gut. Beim Musiksommer eine Bank zu gestalten, sei sicher schwierig. Einen Infostand zu machen, sei sicher gut. Man könne auch schauen, ob es auch andere Veranstaltungen gebe, wo so etwas möglich ist.
Altenberger erklärte, er werde auch den Bauhof ansprechen, ob es möglich ist, bis zum Musiksommer eine Bank vorzubereiten.
Bischoff meinte, der Stadtmarketingverein würde eine solche Aktion unterstützen. Der Musiksommer sei schon sehr durchgeplant. Es gebe aber sicher auch eine andere Gelegenheit dafür. Abschließend bat sie die Jugendgemeinderäte mit Ideen für Veranstaltungen gerne auf den Verein zuzukommen. Außerdem lud sie die Mitglieder des Jugendgemeinderates ein, beim Abendspaziergang am 21. Juli dabei zu sein, bei dem es darum gehe, Demokratie zu erleben. „Man muss sich immer bewusst machen, wie gut es uns mit unserer Demokratie geht“, hielt Altenberger an der Stelle fest.

Unter dem Punkt „Verschiedenes” berichtet Klara Blankenhorn noch kurz über das Dachverbandstreffen der Jugendgemeinderäte im Neuen Schloss. Dort seien einige Mitglieder des Dachverbands verabschiedet worden. Die Stimmung bei dem Treffen sei gut gewesen.
Amtsleiterin Höhn-Bea wies darauf hin, dass der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November sei. Sie meinte, ob das nicht ein guter Tag wäre, um die Idee mit der Roten Bank umzusetzen.


Text: Tommasi

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